Naturbeobachtung im eigenen Garten

Eigener Garten

Jeder Garten ist ein Lebensraum, Pflanzen gedeihen und Tiere finden ein Zuhause. Wer seinen Rasen kurz hält und die Beete akribisch pflegt, ist leider kein guter Gastgeber. Besser ist es, wenn zu einer Seite der Rasen wächst. Hier kann es ein paar heimische Stauden und Büsche geben. Interessant sind auch Holz- oder Steinhaufen in der Sonne, die zum Versteck werden.

Selbst der halb-verwildernde Garten braucht etwas Pflege. Viele Pflanzen haben eine enorme Wuchskraft. Sie sind deswegen zurückzuschneiden. Auch die Wildwiese braucht nach der Blüte mal einen Schnitt. Insgesamt ist es aber weniger Arbeit, einmal im Frühjahr und Herbst mit passenden Arbeitswerkzeugen alles zurück zu schneiden. Der Rückschnitt wird wieder zum kleinen Haufen aus Zweigen und Ästen, der den Tieren einen Rückzugsort bietet.

Blumenwiese

Jeder kann seinen spießigen Vorgarten mit atmosphärischer Sitzecke behalten. Doch zu einer stillen Ecke des Gartens erhält die Natur ihren Platz und kann sich entfalten.

Futterpflanzen, Nisthilfen, Winterfutter

Wer auf Reisen ist, freut sich über das bezogene Bett und Frühstück vor der Weiterreise. Genauso freuen sich heimische Singvögel, Fledermäuse, Eichhörnchen oder andere Tiere über Nisthilfen. Diese gibt es fertig im Handel, die Preise sind nicht ganz ohne. Besser ist es, auf eine lange Haltbarkeit zu achten und vielleicht noch ein Stück Teerpappe an passender Stelle drüber zu ziehen. Oder selber machen, es gibt viele Bauanleitungen im Internet.

Auch Planung hilft in der verwilderten Gartenecke: Welche Tiere leben vor Ort, welche davon sollen gezielt angesiedelt werden? Anstelle der Singvögel lassen sich immerhin auch Fledermäuse oder Spechte, Eulen und andere Vögel unterstützen. Einige bedrohte Arten brauchen unbedingt diese Hilfestellung.

Neben der Unterkunft darf die Verköstigung nicht fehlen. Am einfachsten ist es, einige Futterpflanzen anzubauen. Auch hier kommt es auf die Gartentiere an. Bienen und Hummeln wollen das ganze Jahr über Nektar- und Pollenpflanzen. Borretsch, Katzenminze oder Lavendel eignen sich. Wenn jedoch Singvögel ein paar Körner brauchen, wären Sonnenblumen besser. Eichhörnchen wünschen hingegen einen Haselnussstrauch. All das kann einmal durchdacht und dann umgesetzt werden, um die Pflegearbeiten auf diese Schwerpunkte zu legen.

Die Winterfütterung ist deswegen nicht überflüssig. Auch hier ist zu prüfen, welche hungrigen Tiere im Winter eine Hilfestellung brauchen. Ein leichter Igel wäre im Herbst mit etwas Katzenfutter zu unterstützen. Eichhörnchen freuen sich über ein paar Nüsse im Futterhaus. Singvögel mögen die platt gewalzten Getreidekörner weniger, als Sonnenblumen- oder Hanfkerne.

Abwarten und die Naturbeobachtung genießen

Die verwilderte Gartenecke braucht etwas Zeit. Die Pflanzen wachsen heran und tragen Blüten, danach Früchte. Seltene Tiere müssen den Garten zuerst finden, dann siedeln sie sich an. Auf ein paar Singvögel und Insekten ist nicht lange zu warten. Diese sind fast automatisch schon da, wenn es losgeht. Spätestens, wenn die ersten Nektar- und Pollenpflanzen blühen, gibt es auch Insekten. Das passende Bienen- oder Insektenhaus sollte also bereitstehen, damit die fleißigen Bestäuber sich vermehren können. Neben dem klassischen Bienenhotel gibt es Insektenhäuser für Marienkäfer, Florfliegen oder andere Nützlinge.

Wer exotischere Tierbeobachtungen im eigenen Garten machen möchte, muss auch ein paar Extras bieten. Einige alte Holzscheite werden zum Igelversteck. Ein Steinhaufen in der Sonne lockt vielleicht heimische Reptilien an. Aber auch Kröten freuen sich über einen verwilderten Garten und fressen viele Insekten, auch die Schädlinge im Gemüsebeet. Viele Wespenarten räumen ebenfalls mit Schädlingen auf, sind jedoch verpönt. Dabei sind es in Deutschland gerade einmal zwei Wespenarten, die beim Grillen stören. Alle anderen bleiben friedlich, solange sie ihre Ruhe haben.

Wer das gewisse Extra wünscht und eine richtig ruhige Stelle im Garten hat, kann sogar Nisthilfen für Waldkäuze oder Turmfalken aufhängen. Diese müssen wenigstens 4 Meter hoch und zugleich auch sicher angebracht sein. Wer lieber seine Insekten loswerden möchte, sollte an einer geschützten und ruhigen Stelle einen Fledermauskasten aufhängen. Ob jemals ein Turmfalke oder ein paar Fledermäuse einziehen, bleibt eine andere Frage. Es wäre zumindest das ganz besondere Extra für Tierbeobachtungen im eigenen Garten.

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